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Lernen?! Ja, bitte!

Wir alle tun es. Zunächst aktiv in der Schule. Später im Studium. Dann auf Weiterbildungen, Fortbildungen, Fernkursen – aber auch abseits der Bildungsinstitutionen sind wir immer und jederzeit dabei: wir Lernen. Aber was bedeutet das eigentlich? Was genau ist Lernen? Wir haben dazu in unserer Facebook-Gruppe ein wenig diskutiert und fassen euch hier einmal die Ergebnisse zusammen.

Die Internetenzyklopädie Wikipedia schreibt zur Wortherkunft von „lernen“ folgendes:

Etymologisch ist das Wort „lernen“ u. a. mit den Wörtern „lehren“ und „List“ verwandt. Es gehört zur Wortgruppe von „leisten“, das ursprünglich „einer Spur nachgehen, nachspüren, schnüffeln“ bedeutet. Im Gotischen heißt lais „ich weiß“, bzw. genauer „ich habe nachgespürt“ und laists für „Spur“.

Gut, damit kommen wir doch der eigentlichen Bedeutung vom Lernen schon näher, oder? Besonders auffällig ist in meinen Augen  der Begriff „schnüffeln“. Einer Spur nachgehen, das klingt doch gleich viel spannender als „vor einem Stapel Bücher sitzen und Physik lernen“.

Nehmen wir doch mal einen Hund, warum schnüffelt dieser? Es ist ein  natürliches Grundbedürfnis. Sie lesen damit draußen Botschaften, wie wir tagtäglich auf unserem Smartphone Nachrichten und Posts durchlesen.
Dass sie so gerne schnüffeln liegt daran, dass Hunde ihre Umwelt nun mal primär über den Geruchssinn wahrnehmen.

Anders als wir Menschen. Ein gesunder Mensch kann die Welt nicht nur erschnuppern, er kann sie sehen, anfassen, fühlen und sogar aktiv verändern. All dies setzt Prozesse in Gang, die schon beim Säugling anfangen: Okay, ich kann Dinge greifen! Toll, wieder was dazugelernt.

Eine unserer Mitglieder in der Diskussionsgruppe hat das schön zusammengefasst:

Ich finde, dass Lernen einen immer wieder neue Motivation gibt, sich weiter zu entwickeln, nie stehen zu bleiben und nie die Neugierde zu verlieren.

Das ist es doch, weshalb der Hund eben auch beim dritten Baum noch voller Spannung und Freude am Schnuppern ist. Wir Menschen stumpfen da irgendwann ab. Schließlich haben wir mit dem Reichtum an Sinnen, die wir einsetzen können, sowohl einen Segen als auch einen Fluch erhalten.

Heutzutage sind Begriffe wie Reizüberflutung kein Fremdwort mehr. Grelle Plakate hier, flackernde Bildschirme da, noch dazu überall Geräusche – ein Wettbewerb, jeder will erkannt werden und in Erinnerung bleiben, also heißt es: möglichst große Buchstaben, grelle Farben, Werbejingles, die sich in dein Gehirn einbrennen, …
Welch ein Chaos! Es ist nicht leicht, das Ganze zu filtern. Manchen gelingt es wohl besser, als anderen.

Kinder und Jugendliche werden also in genau diese reizüberflutende Welt hineingeworfen. Früh werden sie mit so vielen Themen konfrontiert, erleben tagtäglich Neues. Dabei ist die Welt, die sich außerhalb der Backsteinmauern des Schulgebäudes abspielt doch so viel interessanter!

Warum? Ganz einfach, hier entscheide ich. Ich alleine habe sozusagen die Fernbedienung jetzt in der Hand, entscheide, ob ich lieber Kartoffelbrei oder Nudeln zum Mittag esse, mit meinen Freunden Fußball spiele oder lieber zu Hause entspanne. Hier werde ich nicht gezwungen, Stunde um Stunde brav sitzen zu bleiben, die Hand zu heben wenn ich etwas sagen möchte. Hier kann ich einfach drauf los reden, drauf los denken, lachen – leben. Hier gibt es weniger Regeln, ich werde nicht benotet, wenn ich etwas falsch mache.

Wenn ich hier in dieser Welt außerhalb der Schule hinfalle, stehe ich einfach wieder auf und mach weiter.
Ich muss mich nicht vor Zahlen von 1 bis 6 fürchten, mich mit Themen beschäftigen, die ich nicht verstehe und auf die ich sowieso keine Lust habe. Es ist die wirkliche Welt, nicht die Schule.

Das ist aber genau der Punkt. Lernen ist ein Prozess, der überall stattfindet – oder es zumindest sollte. Keiner, der sich einzig und alleine in der Schule oder in der Universität abspielt. Wir lernen nicht nur als Kinder, sondern ein Leben lang. Kaum haben wir den Abschluss in der Tasche, geht es doch erst richtig los! Denn schließlich steht nun kein Lehrer mehr vor uns und erklärt uns die Welt. Nein, wir müssen es selbst in die Hand nehmen und uns die Welt aneignen. Eine gewisse Spur an Neugierde kann da helfen. Lust, eine neue Sprache zu lernen? Warum nicht?! Zeit für ein neues Hobby? Nur zu!

Lernen sollte kein Krampf sein. Lernen ist genauso wie das Umherschnüffeln der Hunde etwas völlig natürliches und genau so sollte es auch bleiben. Mit offenen Augen durch die Welt gehen, fest an etwas halten, was einem Freude bereitet. Denn so lernt es sich am Besten, mit Spaß und Freude. Warum auch sonst, sollte dem Mathegenie bei Algebra ein Leuchten in den Augen aufflackern, wenn nicht weil es ihm Spaß macht, sich damit zu beschäftigen?

Lernen sollte Spaß machen, etwas völlig Natürliches sein!

Ein locker-fluffiger Prozess, kein „Ich muss“ sondern ein „Ich will!“.

Das Schöne ist doch aber: Lernen kann man lernen! Damit erweckt man die Freude daran wieder zum Leben, schafft ein Universum an Möglichkeiten und Freiheiten. Das ist es doch, was oftmals vergessen wird. Wir lernen nicht für die nächste Klausur oder für einen guten Abschluss.

Wir lernen, um die Welt besser zu verstehen. Um sie  besser erklären zu können. Um sie ohne Scheu zu erkunden.

Also: Lasst uns doch ein Beispiel nehmen, an den Hunden und all den anderen Lebewesen, die tagtäglich die Welt um sie herum so voller Neugierde wahrnehmen. Überall findet sich etwas Interessantes, man muss nur genau hinsehen! Und lasst uns gemeinsam dafür sorgen, das Lernen mehr dem Schnüffeln ähnelt.

Nun denn, zack die Nase in die Bücher gesteckt und losgelernt!

 

Ihr wollt mit uns über solche und andere Themen diskutieren? Dann schaut doch mal in unserer Facebook-Gruppe vorbei. Keine Sorge, wir beißen nicht!

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