Vokabeln lernen, hurra!

„Och nö…Muss das sein?“

„Ich brauch die doch eh nur für den Test morgen…“

„Wer nutzt denn schon Karteikarten…“

Vokabeln lernen. Beim Erlernen von Fremdsprachen, neben dem Üben von grammatischen Strukturen, ein lästiges Thema – finden meine Schüler.
Ich bemühe mich immer, ihnen auch so scheinbar anstrengende und nervige Themen möglichst schmackhaft zu machen – denn Lernen muss Spaß machen!

Auf der Suche nach einer Möglichkeit, der Quälerei durch den Vokabeldschungel ein Ende zu setzen, bin ich auf eine Methode gestoßen, die ich selbst als Schüler verwendet habe: das sogenannte 6-Phasen-System. Okay, man kann auch einfach einen Tag vor dem Vokabeltest die Vokabeln solange pauken, bis sie sitzen.

Aber eines ist sicher: Vielleicht sind sie am nächsten Tag abrufbar, sicher aber nicht noch eine Woche später. Der Sinn vom Vokabeln lernen ist aber nicht, dass sie für den Test in der Schule sitzen, sondern den Grundwortschatz einer Fremdsprache erweitern – langfristig! Unser Gehirn besteht aus einem Langzeitgedächtnis und einem Kurzzeitgedächtnis. Ziel ist es, dass die Vokabeln auch im Langzeitgedächtnis landen!

Das 6-Phasen-System kennt ihr bestimmt von Vokabelboxen, da wird genau danach gearbeitet. Die Vokabelbox hat insgesamt 6 Fächer. Alle Vokabeln werden zunächst einmal auf Karteikarten geschrieben und entspannt angeschaut. Dann geht’s ans richtige Lernen: Alle Vokabeln, die richtig übersetzt wurden (nicht schummeln, sich selbst belügen bringt nix!) landen im ersten Fach. Die Anderen bleiben draußen.

Das wird so lange wiederholt, bis alle Vokabelkarten im Fach 1 sind. Anschließend, ein paar Stunden später, werden nochmal alle Vokabeln wiederholt. Jene Wörter, die korrekt übersetzt wurden, wandern ein Fach weiter. So geht das immer weiter. Grundsätzlich lernt man am Häufigsten die Vokabeln, die vorne in der Box sind, also noch nicht so gut sitzen.

Nun kann man jeden Tag ein paar Vokabeln lernen – zuerst die Vorderen, dann die im nächsten Fach usw. Man sollte nicht mehr als 15 Vokabeln am Tag lernen. Wenn eine Vokabel nicht gewusst wurde, rückt sie wieder ein Fach nach vorne. Das bedeutet: die Vokabeln, die gut sitzen, werden seltener wiederholt, als die Anderen.

Hält man sich an dieses System und frischt die Vokabeln ab und an auf, dann sollten sie auch noch nach ein paar Monaten sitzen.

Der Vorteil an dieser Methode:

Man hat die Vokabeln handschriftlich niedergeschrieben und lernt nicht jeden Tag alle Vokabeln, sondern nur die, die wirklich noch nicht sitzen.

Der Nachteil:

Die Box kann nicht immer mitgeschleppt werden. Vielen Schülern liegt das Lernen mit Karteikarten nicht. Für diejenigen bietet sich das Lernen mit einem Vokabelheft an, welches ebenfalls die Möglichkeit der 6-Phasen bietet. Viele Vokabelhefte haben neben dem eingetragenen Wort 6 Kästchen. Hier kann man genauso verfahren: mit Bleistift wird immer ein Punkt gesetzt, je nachdem wie sicher das Wort sitzt.

Für diejenigen, die zusätzlich noch eine mobile Variante benötigen, gibt es natürlich auch Vokabeltrainer-Apps fürs Smartphone oder den Computer. Der Vorteil an solchen Programmen ist, dass man teilweise auf einen großen Fundus an Vokabeln (z.B. aus den Lehrbüchern, die auch in der Schule genutzt werden) zugreifen kann und nicht jedes Wort selbst eintragen muss. Außerdem gibt es verschiedene spielerische Methoden zum Aneignen der neuen Wörter, wie zum Beispiel Memory, Kreuzworträtsel uvm, wem das stumpfe Karten-Umdrehen zu öde wird.

Wie bereits erwähnt, bin ich ein großer Fan vom Nutzen von Apps, zumindest in einer gewissen Altersgruppe und auf das Individuum abgestimmt. Es eignet sich – wie jede Methode – nicht für jedes Kind. Ich bin bei meiner Suche nach einer guten Vokabel-App auf Quizlet gestoßen.

Quizlet erfüllt alles, was ich mir gewünscht hatte: das 6-Phasen-System, fertige Vokabellisten für alle Sprachen, kostenlos, Visualisierungen auf den Karten, Sprachaufnahmen, Training des Hörverständnisses uvm.

Natürlich gibt es noch mehr solcher Apps, einige meiner Schüler sind aber bei Quizlet hängen geblieben und nutzen zusätzlich dazu noch ein Vokabelheft – schließlich ist das Aufschreiben per Hand noch einmal effektiver, als das Abtippen am Computer.

Weitere Informationen zum Vokabeln lernen und zur Methode: Hier

Mehr über Quizlet: Hier

Kommentar verfassen